Kredit beantragen

Kredite online beantragen

Die Vorgehensweise beim Kredit beantragen differiert zwischen den Banken, die meisten Institute setzen aber auf ähnliche Verfahren. Zuerst füllen Verbraucher ein Formular aus, welches die wichtigsten persönlichen Daten enthält. Dazu gehören Angaben zum Einkommen und zum Beruf, diese benötigt die Bank für die Bonitätsprüfung. Zudem nennen sie die gewünschte Kreditsumme und wählen eine Kreditart, zum Beispiel Darlehen ohne Verwendungszweck oder Autokredit. Dieses Formular senden sie ab.

Hierbei handelt es sich um eine Kreditanfrage, nicht um einen konkreten Kreditantrag. Das heißt, Verbraucher beantragen zunächst ein unverbindliches Kredit-Angebot. Sie gehen mit einer Anfrage keinerlei Verpflichtungen ein.

Kredit beantragen

Die Banken antworten unterschiedlich schnell auf eine Kreditanfrage. Anbieter von Sofortkrediten senden das Angebot oftmals wenige Stunden später zu. Verbraucher sollten sich die Konditionen gründlich ansehen. Neben dem Zinssatz interessieren Aspekte wie Sondertilgungen. Wollen sie den Kredit vereinbaren, folgt der verbindliche Abschluss. Die Unternehmen fordern Einkommensnachweise und gegebenenfalls den Arbeitsvertrag, damit sie die Angaben in der Kreditanfrage überprüfen können. Bei den einen Banken müssen Verbraucher Kopien postalisch einsenden, bei den anderen reicht das Hochladen in einem Online-Account. Neukunden müssen sich zudem persönlich legitimieren. Die Institute wollen sicherstellen, dass die Identität nicht erfunden ist. Diese Legitimierung kann zum einen per PostIdent erfolgen. Neukunden drucken den Kreditantrag und das PostIdent-Formular aus, fügen die Nachweise hinzu und gehen mit ihnen zu einer Postfiliale. Dort legen sie einen Personalausweis oder einen Reisepass vor, bei einem Reisepass brauchen sie zugleich eine Meldebescheinigung. Der Postmitarbeiter bestätigt die Identität und schickt sämtliche Unterlagen an die gewählte Bank. Zum anderen hat sich VideoIdent etabliert, welches innovative Institute anbieten. Bei dieser Methode bauen Verbraucher einen Videochat zum zuständigen Ansprechpartner auf und halten ihren Ausweis in die Kamera. Das Gegenüber kontrolliert die Daten und die Echtheit des Passes, fotografiert ihn und hält die Ausweisnummer fest. Auf unterschiedlichem Weg empfangen Neukunden danach einen Freischaltcode, beispielsweise per SMS. Dieser dient der Bestätigung. Bei diesem Verfahren senden sie die Unterlagen entweder postalisch ein oder laden sie im Internet hoch. Detaillierte Angaben finden Verbraucher auf den einzelnen Homepages der Banken.

Kredite von Privat beantragen

Privatkredite können eine ansprechende Alternative zu Bankkrediten sein. In den letzten Jahren haben sich im Internet viele Plattformen für Kredite von Privatpersonen für Privatpersonen entwickelt. Die meisten Plattformen funktionieren folgendermaßen: Zuerst melden sich Interessierte an einem Darlehen auf dem Portal an, wie bei einer Kreditanfrage stimmen sie dem Abrufen der Schufa-Datei zu und geben ihr Einkommen sowie ihren Beruf an. Der Kreditmarktplatz schätzt die Bonität ein. Bei einer sehr schlechten Bonität verweigert er die Registrierung, ansonsten ordnet er den User einer Bonitätsstufe zu. Jede Stufe ist mit einem Zinssatz versehen. Zu diesem Zinssatz können Nutzer anschließend finanzieren, sofern sie genügend Kreditgeber überzeugen. Im nächsten Schritt erläutern sie der Community ihren Kreditwunsch, sie schildern den Zweck sowie den persönlichen Hintergrund. Bis zu einem festgelegten Zeitpunkt können private Kreditgeber einen Teil der Kreditsumme zeichnen, gegebenenfalls auch den kompletten Betrag. Der Kreditvertrag kommt nur zustande, wenn am Ende die Summe erreicht ist. Die Abwicklung übernimmt die Plattform in Kooperation mit einer Bank. Die Bank zieht die Raten ein und verteilt sie anteilig auf die Kreditgeber.

Verbraucher sollten wissen, dass es sich um eine Kreditvermittlung handelt. Im Gegensatz zu Banken dürfen Vermittler Gebühren verlangen, welche neben den Zinszahlungen als Kostenpunkte anfallen. Verbreitet sind zum Beispiel eine Abschlussgebühr und eine separate Gebühr für die Bankdienstleistung. Wer einen privaten Kredit beantragen will, sollte diese Kosten in die Gesamtkosten einrechnen. Sie können ein Darlehen erheblich verteuern.

Die meisten Plattformen agieren bei der Bonitätsprüfung liberaler als Banken. Sie finanzieren bei geringeren und prekären Einkünften, teilweise auch bei unterdurchschnittlichen Schufa-Bewertungen. Die Angebote zielen deshalb vornehmlich auf Verbraucher, die bei Instituten keine oder kaum eine Chance auf ein Darlehen haben. Allerdings darf niemand Wunder erwarten: Bei einer sehr schlechten Kreditwürdigkeit müssen sie bei diesen Kreditmarktmarktplätzen ebenfalls mit einer Ablehnung rechnen.

Kredit ohne Schufa beantragen

Der Begriff Kredit ohne Schufa kann zweierlei heißen: Erstens verzichtet der Kreditgeber darauf, ein Darlehen an die Schufa zu melden. An die Schufa gemeldete Kredite verschlechtern die Bonität. Zweitens meinen Anbieter damit, dass sie trotz Schufa Darlehen vergeben. Sie fragen die Schufa-Datei nicht ab oder finanzieren, obwohl ein Verbraucher über eine schlechte Schufa-Bewertung verfügt. Die Bandbreite dieser Angebote ist groß. Bei manchen Dienstleistern können Verbraucher zum Beispiel erfolgreich einen Kredit beantragen, wenn sie ein hohes Einkommen vorweisen können. Die Schufa ist für diese Kreditgeber dann irrelevant. Andere offerieren Darlehen mit geringen Summen sogar an Menschen mit niedrigem Lohn oder Arbeitslose, auch wenn sie zusätzlich negative Schufa-Einträge gesammelt haben. Das Risiko bei allen diesen Krediten liegt hoch, weswegen Banken Kredite verweigern. In diesem Bereich agieren größtenteils Kreditvermittler, die sich das erhöhte Risiko mit Zinsaufschlägen bezahlen lassen.

Kurzzeitkredit beantragen

Ratenkredite dauern in der Regel mindestens ein Jahr, für viele Verbraucher ist das zu lang. Sie wollen eine überschaubare Summe kurzfristig finanzieren, ihnen reichen wenige Wochen oder mehrere Monate aus. Für diese Zielgruppe hat sich die Angebotslage in den letzten Jahren verbessert, Online-Dienstleister haben das Marktpotenzial für Kurzzeitkredite erkannt. Diese dauern bei den meisten Anbietern 30 Tage, bei manchen kürzer. Kreditnehmer haben die Möglichkeit, eine Ratenoption zu wählen und die Laufzeit auf zwei oder drei Monate zu verlängern. Für diese Ratenoption fordern die Dienstleister jedoch einen hohen Aufpreis, während sich die Zinssätze bei einem höchstens einmonatigen Kredit in etwa auf der Höhe von Dispozinsen bewegen. Die Kreditsummen liegen bei rund 100 bis 500 Euro, einige Firmen offerieren für Bestandskundenhöhere Beträge. Der Vorteil dieser Kurzzeitkredite besteht darin, dass Kreditnehmer gezielt und berechenbar einen kurzen Zeitraum überbrücken können. So können sie unter anderem eine Anschaffung finanzieren und den Kredit mit der nächsten Lohnzahlung tilgen.

Solche kurzfristigen Finanzierungen lassen sich auch mit einem Dispokredit auf dem Girokonto stemmen. Dabei handelt es sich um einen Kreditrahmen, den Kunden flexibel ausnutzen können. Banken berechnen die Zinsen täglich nach der jeweiligen Nutzung dieses Kreditrahmens, die Zinsen zieht sie in Intervallen von meist einem Vierteljahr ein. Ein Pluspunkt ist, dass Verbraucher diesen Kredit nur einmal einrichten müssen: Danach können sie jederzeit darauf zurückgreifen. Das Ausgleichen des Kontos nehmen sie flexibel vor, es gibt keine Fristen. Als Nachteil gegenüber einem Kurzzeitkredit lassen sich die strengeren Bonitätsregeln nennen. Viele Banken gewähren einen Dispo nur bei einem hohen und sicheren Einkommen. Zudem darf die Gefahr nicht unterschätzt werden, dass Kunden den Überblick über ihre Finanzen verlieren. Der Dispo kann zu einer ständigen Nutzung verführen, was hohe Kosten verursacht und der Anfang einer zu hohen Verschuldung sein kann. Bei einem Kurzzeitkredit sind die Kreditfinanzierung und das Konto dagegen getrennt, die exakten Termine für die Rückzahlung können die finanzielle Disziplin erhöhen.

Kreditangebote online vergleichen

Wollen Verbraucher einen Kredit beantragen, sichern sie sich mittels eines Onlinevergleichs das beste Angebot. Vergleichsportale listen die aktuellen Konditionen zahlreicher Banken, diese lassen sich mit den Angaben Kreditsumme, Kreditart und Laufzeit vergleichen. Die Portale zeigen anschließend übersichtlich die einzelnen Kreditoptionen mit den Zinssätzen. Neben den Zinssätzen interessieren weitere Punkte wie die Dauer der Auszahlung und die Möglichkeit von Sondertilgungen. Darüber hinaus sollten User Grundsätzliches wissen: So führen Banken eine Bonitätsprüfung durch, sie fordert Sicherheiten. Die Kriterien zwischen den Dienstleistern differieren jedoch. Eine wichtige Rolle bei dieser Prüfung spielt die Schufa-Auskunftei, Verbraucher sollten regelmäßig eine Selbstauskunft bestellen.

Schnelligkeit der Auszahlung

Ein Entscheidungskriterium kann die Dauer der Auszahlung darstellen. Das gilt vor allem, wenn Kreditnehmer das Geld schnell benötigen. Vielleicht müssen sie dringend eine Rechnung bezahlen. Oder sie wollen ein aktuelles Kaufangebot nutzen, welches nur eine bestimmte Zeit gültig ist. In beiden Fällen sollten sie nach Sofortkrediten Ausschau halten. Diese Sofortkredite, teilweise auch Schnellkredite genannt, zeichnen sich durch eine rasche Bearbeitung der Kreditanfrage sowie eine zeitnahe Auszahlung aus. Eine gesetzliche Definition gibt es für diese Begriffe nicht, bei den besten Banken dauert es von der Anfrage bis zur Überweisung des Kreditbetrags wenige Werktage. Zusatzkosten entstehen dafür nicht. Die Institute betrachten dies als Kundenservice, mit dem sie offensiv werben. Bis auf die schnelle Auszahlung gleichen sie in allen Aspekten gewöhnlichen Ratenkrediten. Die Sofortkredite wickeln die Banken größtenteils online ab. Im ersten Schritt stellen Nutzer eine Anfrage, in der sie unter anderem ihr Einkommen und ihren Beruf nennen. Kurze Zeit später erhalten sie ein individuelles Angebot. Wollen sie es annehmen, senden sie anschließend den Kreditvertrag inklusive der verlangten Einkommensnachweise. Diese Nachweise fordert die Bank, um die Angaben im Online-Formular zu überprüfen.

Höhe des Effektivzinses

Die Höhe des Zinssatzes bestimmt die Kosten eines Verbraucherkredits. Früher war das anders, viele Banken erhoben zudem eine Abschlussgebühr. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs gehört dieser Kostenpunkt der Vergangenheit an, was die Vergleichbarkeit von Krediten erleichtert hat. Banken müssen den Zinssatz als jährlichen, effektiven Zinssatz im Unterschied zum nominellen Zinssatz angeben, der Effektivzinssatz berücksichtigt die Tilgung während des Jahres. Zu unterscheiden sind bonitätsunabhängige und bonitätsabhängige Zinssätze. Bei einem bonitätsunabhängigen Zinssatz rufen Banken einen Zinssatz auf, zu dem sämtliche Kunden finanzieren können. Es fragt sich ausschließlich, ob sie die Bonitätsprüfung überstehen. Verbreiteter sind bonitätsabhängige Zinssätze, bei denen die persönliche Kreditwürdigkeit über den individuellen Zinssatz entscheidet. In diesem Fall nennen die Institute eine Zinsspanne, der individuelle Zinssatz bewegt sich dazwischen. Verbraucher mit einer Top-Bonität erhalten die besten Konditionen, die meisten zahlen einen Zinssatz bis hin zur Obergrenze.

Repräsentatives Beispiel

Verbraucher sollten sich nicht von dem niedrigsten Zinssatz blenden, dieser dient oftmals Werbezwecken. Wertvolle Orientierung gibt das repräsentative Beispiel, das Banken laut Gesetz veröffentlichen. Der Gesetzgeber hat dieses Beispiel reguliert: Mindestens zwei Drittel der Kunden müssen zu diesem Zinssatz finanzieren können. Dank dieser Standardisierung lassen sich die Angebote fundiert vergleichen. Den konkreten, individuellen Zinssatz erfahren Interessierte aber erst mit einer Kreditanfrage.

Laufzeit richtig wählen

In einem gewissen Rahmen können Kreditnehmer die Laufzeit eines Kredits eigenständig bestimmen. Die meisten Banken fordern eine Mindestlaufzeit von einem Jahr: Wer einen kurzfristigen Kredit beantragen möchte, sollte explizit nach Kurzzeitkrediten suchen oder den Dispo auf dem Girokonto in Anspruch nehmen. Die Höchstdauer hängt von der Kreditsumme ab, bei hohen Kreditbeträgen kann sie bis zu zehn Jahre betragen. Verbraucher sollten bedenken, dass eine zunehmende Dauer die Zinskosten erhöht. Zugleich bedeuten kurze Laufzeiten höhere Raten, für welche die Finanzkraft ausreichen muss.

Vorzeitige Kündigung und Sondertilgung

Bei Verbraucherkrediten besteht Flexibilität, da der Gesetzgeber Kreditnehmern das Recht zur vorzeitigen Kündigung einräumt. Ergeben sich während der Laufzeit finanzielle Spielräume, können Kunden die Restschuld mit einer Überweisung tilgen. Die Banken dürfen zwar eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, der Staat hat diese jedoch strikt begrenzt: Sie darf nicht mehr als 1 % der Restschuld betragen, bei einer verbleibenden Laufzeit von weniger als einem Jahr nicht mehr als 0,5 % der Restschuld. Die Kosten sind damit überschaubar, die besten Institute unterschreiten diese Höchstgrenzen. Noch besser ist es, wenn Banken freiwillig die Möglichkeit auf kostenlose Sondertilgungen gewähren. Kreditnehmer können mit Sondertilgungen ihre Restschuld und die Zinskosten minimieren. Dank dieser Option können sie bedenkenlos eine etwas längere Laufzeit wählen, da sie die Laufzeit jederzeit mit Sondertilgungen verkürzen können. Sie sollten bei einem Vergleich recherchieren, wie hoch diese Sondertilgungen pro Jahr sein dürfen. Banken geben das im Regelfall prozentual am Kreditbetrag gemessen an.

Individuelles Angebot anfordern

Haben Nutzer eines Kreditportals die repräsentativen Zinssätze von Banken verglichen, folgt der nächste Schritt: Sie stellen individuelle Konditionsanfragen. Dazu wählen sie am besten zwei oder drei der attraktiv wirkenden Anbieter aus. Diese Anfragen können sie online abschicken. Anhand einer automatisierten Abfrage der Schufa-Datei, des genannten Einkommens und des Berufs fertigen die Institute individuelle Angebote an. Die Empfänger können diese ohne Zeitdruck studieren und miteinander vergleichen.

Geforderte Sicherheiten

Banken wollen ihr Ausfallrisiko auf ein Minimum reduzieren, deswegen führen sie eine Bonitätsprüfung durch. Diese besteht aus zwei Bestandteilen: Erstens prüft sie die Schufa-Datei, in welcher die bekannte Auskunftei zahlreiche Daten zu Verbrauchern festhält. Sie speichert unter anderem Zahlungsverfehlungen ab, welche sich auf die Bonität besonders negativ auswirken. In der Datei finden sich darüber hinaus Daten zu Kreditvereinbarungen und vieles mehr, mit dem sogenannten Schufa-Score schätzt die Auskunftei die Rückzahlwahrscheinlichkeit bei einem Darlehen ein. Zweitens ziehen Institute das Einkommen heran, das ihnen als Sicherheit dient. Wer ausreichend verdient und über ein sicheres Einkommen verfügt, zahlt den Kredit mit großer Wahrscheinlichkeit zurück, so die Annahme der Dienstleister.

Das Arbeitseinkommen kann als Sicherheit nicht ausreichen. Es kann zu niedrig und zu prekär sein oder die Kreditsumme ist so hoch, dass ein durchschnittlicher Lohn nicht genügt. Verbraucher können eine Kreditabsage meiden, indem sie weitere Sicherheiten einbringen. Ein Mittel stellt die Bürgschaft dar, beispielsweise durch einen Verwandten. Dieser Bürge muss die Raten übernehmen, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlen kann. An den Bürgen legt die Bank dieselben Bonitätskriterien an wie an den Kunden. Alternativ können Sachobjekte als Sicherheit fungieren. So kann ein Kreditnehmer auf seine Immobilie eine Grundschuld eintragen lassen. Diese Variante kommt bei größeren Kreditbeträgen infrage, ansonsten lehnen Institute sie aufgrund eines zu umfangreichen Aufwands ab. Wertgegenstände jedweder Art sind ebenfalls eine Option. Kfz-Kredite lassen sich als Sonderfall bezeichnen: Bei diesen Darlehen fordern fast alle Banken unabhängig vom Einkommen eine Sicherungsübereignung des Fahrzeugs. Zahlt der Kreditnehmer nicht, verwertet der Kreditgeber das Auto.

Schufa Selbstauskunft einholen

Die Angaben in der Schufa-Datei haben für Verbraucher zwei Effekte: Erstens können sie zu Kreditabsagen führen. Zweitens bestimmen die Banken unter anderem auf Basis dieser Daten den persönlichen Zinssatz. Entsprechend ärgerlich sind fehlerhafte Einträge in der Schufa-Datei. Diese können zum einen durch falsche Zuordnungen entstehen. Person X zahlt einen Rechnungsbetrag nicht, die Schufa fügt diese Zahlungsverfehlung in die Datei der Person Y ein. Zum anderen muss sich die Schufa an gesetzliche Löschfristen halten. Insbesondere Zahlungsverfehlungen, sogenannte negative Schufa-Einträge, muss sie nach bestimmten Fristen löschen. Das versäumt sie manchmal. Aus diesen Fehlern ergeben sich negative Auswirkungen, die viele Verbraucher nicht merken. Das ändern sie, indem sie regelmäßig eine Schufa-Selbstauskunft einholen. Der Gesetzgeber hat das Recht auf eine jährliche, kostenlose Selbstauskunft festgeschrieben. Verbraucher müssen nur auf der Schufa-Homepage ein Formular herunterladen und sich mit einem kopierten Personalausweis identifizieren. In der Selbstauskunft stehen sämtliche relevanten Daten, welche die Betroffenen akribisch kontrollieren sollten. Enthält die Auskunft falsche oder trotz abgelaufener Frist ungelöschte Einträge, können sie eine Korrektur fordern.

Das sollten Sie wissen

Wer einen Kredit beantragen möchte, sollte sich zuvor mit grundlegenden Gedanken auseinandersetzen. Dazu gehört, ob ein Darlehen notwendig ist und ob sich der Kreditnehmer die Rückzahlung leisten kann. Zudem empfiehlt es sich, sich mit Aspekten wie schufafreien Krediten, Restschuldversicherung und Null-Prozent-Finanzierung zu beschäftigen. Ein Kredit kann während der Laufzeit eine erhebliche finanzielle Belastung bedeuten: Entsprechend akribisch sollten die Vorüberlegungen sein.

So wenige Schulden wie möglich machen

Lassen sich Schulden meiden, sollten Verbraucher darauf verzichten. Verschuldung kostet erstens Geld, das gilt auch bei günstigen Krediten. Zweitens engt es bis zur Rückzahlung des Darlehens die finanziellen Spielräume ein. Deshalb sollte ein Kredit nur bei einem triftigen Grund infrage kommen, unter anderem für dringend notwendige Reparaturen oder unverzichtbare Anschaffungen wie ein neues Auto. Bei allen anderen Finanzierungen sollten Verbraucher Zurückhaltung üben: Als Paradebeispiel verdient ein kreditfinanzierter Urlaub Erwähnung. Anführen lassen sich auch darlehensbasierte Einkäufe von Gütern, für die kein unmittelbarer Bedarf besteht. Eine Ausnahme stellen sinnvolle Investitionen dar: Bei einer energieeffizienten Sanierung des Eigenheims besteht zwar kein Zeitdruck, aber sie lohnt sich in den meisten Fällen. Dank der dauerhaften Energieeinsparungen ergibt sich langfristig ein Plus. Auch Investitionen in erneuerbare Energien zahlen sich vielfach aus.

Bei Finanzierungen existiert die Gefahr, dass sich Kreditnehmer übernehmen. Sie können die Raten nicht pünktlich bezahlen, was zu Mahnkosten und gegebenenfalls zu gerichtlichen Maßnahmen führt. Verbraucher sollten sich vor jedem Kreditantrag vergewissern, ob sie die Raten tatsächlich begleichen können. Hierfür stellen sie ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber und berechnen, wie viel Geld sie für die Tilgung sowie die Zinsen zur Verfügung haben. Dabei ist ein finanzieller Puffer wichtig, um überraschende Ausgaben meistern zu können, ohne sofort in finanzielle Not zu geraten. Ein oftmals begangener Fehler: Menschen mit finanziellen Problemen schließen einen Kredit ab, um bestehende Forderungen zu begleichen. Diese Forderungen haben sie sich entledigt, haben aber anschließend mit der Kreditbelastung Schwierigkeiten. Es ist eine Spirale in die Überschuldung. In einer solchen Situation ist es besser, mit Gläubigern eine Ratenzahlung zu vereinbaren oder eine Schuldnerberatung aufzusuchen. Nur in Ausnahmefällen sollten Verbraucher Schulden mit einem Kredit bezahlen: Das trifft zu, wenn sich die Einnahme- oder Ausgabesituation in Kürze verbessert, sodass beim Rückzahlen kein Zahlungsverzug drohen wird.

Kurze Laufzeiten

Mit einer kurzen Laufzeit minimieren Kreditnehmer die Zinskosten. Sie reduzieren rascher die Restschuld, weswegen der Zinsanteil an den Raten schnell sinkt. Aus diesem Grund spricht viel dafür, Kredite mit einer kurzen Laufzeit vorzuziehen. Verbraucher sollten jedoch bedenken, dass dadurch bei identischer Kreditsumme zugleich die monatliche Ratenhöhe steigt. Sie sollten sich sicher sein, dass sie sich diesen Betrag leisten können. Im Zweifelsfall sollten sie eine längere Laufzeit wählen und die höheren Zinskosten in Kauf nehmen.

Kredite ohne Schufa teurer

Verzichten Kreditvermittler auf eine Schufa-Prüfung oder legen sie zumindest ungewöhnlich liberale Maßstäbe an, gehen sie ein hohes Ausfallrisiko ein: Deswegen fordern sie für schufafreie Kredite Zinsen, die weit über dem Marktniveau liegen. Unseriöse Anbieter, die es neben seriösen Dienstleistern ebenfalls gibt, verlangen sogar Wucherzinsen. Doch auch bei seriösen Vermittlern sollten Verbraucher aufpassen: Sie befinden sich in einer finanziell schwierigen Situation oder haben diese erst kürzlich überwunden, ansonsten bräuchten sie keinen Kredit trotz Schufa. Sie sollten ein solches Darlehen ausschließlich in einer Notsituation abschließen, in der sie zugleich wissen, dass sie das Darlehen inklusive der hohen Zinsen aufgrund einer positiven finanziellen Änderung mit Sicherheit zurückzahlen können. Andernfalls verschlimmern sie ihre finanzielle Situation: Bei ausbleibenden Raten kommen zu den hohen Forderungen des Kreditgebers Mahnkosten und gegebenfalls Gebühren für einen Gerichtsvollzieher hinzu.

Restschuldversicherung meist überflüssig

Viele Anbieter offerieren mit Krediten eine Restschuldversicherung. Im ersten Moment hört sich diese Absicherung ansprechend an: Restschuldversicherer bezahlen die verbliebene Schuld insbesondere beim Tod des Kreditnehmers, einige Unternehmen übernehmen Raten bei tiefgreifenden Lebenseinschnitten wie plötzlicher Arbeitslosigkeit. Doch Verbraucherschützer warnen vor diesen Versicherungen und weisen auf die hohen Kosten im Vergleich mit einem überschaubaren Nutzen hin. Im Versicherungsfall der Arbeitslosigkeit existieren bei den Versicherungen gravierende Einschränkungen, die sich zwischen den Firmen unterscheiden. So begrenzen viele Versicherer die Übernahme auf wenige Raten und zahlen erst ab einer bestimmten Dauer der Arbeitslosigkeit. Hinsichtlich eines Todesfalls findet sich mit der Risikolebensversicherung eine günstigere Alternative. Verbraucher versichern Hinterbliebene mit einer geringen Prämie, im Todesfall zahlen Versicherungen eine hohe Summe. Mit diesem Betrag können Angehörige die Restschulden begleichen und haben bei einer entsprechenden Versicherungssumme noch viel Geld über.

Werbung richtig deuten

Bei zahlreichen Händlern können Kunden Waren auf Raten kaufen, teilweise locken die Unternehmen mit Null-Prozent-Finanzierungen: Den Kaufpreis teilen sie auf eine gewisse Anzahl an Raten auf, Zinsen verlangen sie nicht. Für Verbraucher klingen diese Angebote verlockend. Sie können sich Produkte wie einen Computer oder ein Auto leisten, ohne den Preis auf einen Schlag bezahlen zu müssen. Sie übersehen jedoch, dass die Händler die Kosten für die Finanzierungen meist in die Preise einberechnen. Sie fordern höhere Preise als Konkurrenten, die keine Null-Prozent-Finanzierung offerieren. Deshalb ist Vorsicht angesagt. Interessierte sollten zuerst einen umfassenden Preisvergleich durchführen, zum Beispiel auf einem Online-Vergleichsportal. Vielfach zeigt sich, dass sie die Waren anderswo deutlich preiswerter erwerben können. Brauchen sie diese unbedingt, empfiehlt sich oftmals das billige Angebot und ein separater Bankkredit. Bei einer kurzfristigen Finanzierung kann sich der Dispo auf einem Girokonto eignen, andernfalls ist ein Ratenkredit eine Möglichkeit.

Autokauf mit Rabatt

Null-Prozent-Finanzierungen sind im Autohandel ein probates Mittel, mit dem die Unternehmen ihre Absatzzahlen steigern. Hier gilt besonders, dass sich viele dieser Angebote insgesamt als teuer erweisen. Begleichen Kunden den Preis sofort, profitieren sie in der Regel von einem hohen Rabatt. Entscheiden sie sich dagegen für die Null-Prozent-Finanzierung, erhalten sie keinen Rabatt oder müssen sich mit einem minimalen Preisnachlass begnügen. In fast allen Fällen zahlt es sich aus, ein Fahrzeug mit einem extra Kfz-Kredit einer Bank zu finanzieren. Die Einsparung beim Kaufpreis übertrifft die Zinskosten der Bank.

Was sie über ab-Preise wissen müssen

Vor dem Kredit-Beantragen dürfte den meisten Verbrauchern auffallen, dass viele Banken mit Formulierungen wie "ab X % Zinsen" werben. Diese Formulierungen weisen auf bonitätsabhängige Zinssätze hin. Beim genannten Zinssatz handelt es sich um die Kosten, die Kreditnehmer mit der besten Bonität erhalten. Alle anderen tragen höhere Kosten. Im Kleingeschriebenen entnehmen Verbraucher die Zinsspanne, innerhalb dieser Spanne liegt der tatsächliche, persönliche Zinssatz. Dieser beruht auf der Auswertung der Schufa-Datei sowie auf der Höhe und der Art des Einkommens. Niemand sollte sich von diesen ab-Preisen täuschen lassen: Es ist besser, wenn sie das repräsentative Beispiel studieren. In der Werbung findet sich das ebenfalls im Kleingedruckten. Zu diesem Zinssatz muss die Bank mindestens zwei Dritteln der Kunden einen Kredit gewähren.

Fazit

Vor einer Kreditfinanzierung sollten sich Verbraucher vielfältige Fragen stellen: Brauchen sie den Kredit wirklich? Welche Kreditart eignet sich, zum Beispiel Ratenkredit, Privatkredit oder Kurzzeitkredit? Zu welchen Konditionen kann ich finanzieren? Wie wichtig sind Aspekte wie Sondertilgungen? Diese und weitere Fragen sollten sie beantworten, bevor sie einen Kredit beantragen. Eine ausführliche Vorbereitung ist unverzichtbar, um günstig zu finanzieren und mögliche negative Folgen wie die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.

Zum Standard sollte für Verbraucher auch ein Kreditvergleich im Internet gehören. Auf diese Weise sichern sie sich attraktive Konditionen, zudem erweist sich der Online-Abschluss als bequem. Sie wählen aus einer Vielzahl an Banken und beschränken sich nicht auf die Filialbanken vor Ort, sie profitieren von den großen Zinsunterschieden im hart umkämpften Kreditgeschäft.

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